Vor rund 35 Jahren wurde das Naturschutzgebiet Herzogenmatt geplant und aufgebaut. Der Bestand an einheimischen Tieren und Pflanzen, die vielfach an diesem Ort direkt vom Aussterben bedroht waren oder gar nicht mehr vorkamen, konnten durch geeignete Pflege und Hege gerettet oder wieder angesiedelt werden.

Unzählige Stunden wurden für die Erhaltung der Amphibien, Vögel und Pflanzen aufgewendet. Einerseits durch den Einsatz der Gebietsbetreuer (zurzeit ist dies Herr F. Nobs) und durch den Förderverein und anderseits durch gezielte Arbeiten von Studenten der Uni Basel und der Fachhochschulen der Schweiz. Immer wieder halfen auch Schüler und Firmen tatkräftig beim Unterhalt mit, denn in einem künstlich erstellten Biotop fehlt die natürliche Dynamik fast vollständig.

Die Überwachung der Arbeiten im Gebiet liegt seit je bei der Stiftung Herzogenmatt. Die erste Anerkennung dieser Leistungen erfolgte 1979. In jenem Jahr wurde die Herzogenmatt als Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung eingestuft. Vieles hat sich seither weiter entwickelt und das Biotop entsprechend verändert und bereichert. Den Südhang oberhalb des grossen Weihers durften Stiftung und Förderverein von der Bürgergemeinde Binningen in Pflege nehmen. Dieser sonnige Hang war denn auch der Schlüssel zur Erhaltung und Vergrösserung des Bestandes der Geburtshelferkröte. Auch die Gelbbauchunke dürfen wir zum festen Bestand der Amphibien zählen. Seit geraumer Zeit versuchen Fachleute, auch den Laubfrosch wieder anzusiedeln.

Das Gebiet war stark isoliert, wie eine kleine Insel. Es bestanden kaum Verbindungen zu anderen Weihern in der Umgebung. Prof. Heinz Durrer zeigte bald auf, dass durch das Fehlen der Migration (radiäre Auswanderung) vieler jungen Amphibien auch der Austausch von neuem Genmaterial nicht gewährleistet war und die Amphibien auf lange Sicht in der Herzogenmatt nicht überlebensfähig wären. Extreme Umweltsituationen (z.B. harte Winter, eine Trockenheit oder eine Epidemie) würden rasch zum Aussterben einer Population führen. Viele Tiere leben nicht nur in der Herzogenmatt, sondern auch in Strukturen der näheren Umgebung. Zum Glück sind die Landwirtschaftsbetriebe im nahen Umkreis bestandene Biohöfe. Sie helfen aktiv mit, die Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten.

Dank dem grossen Verständnis und Wissen von Herrn Hans Werner, Biobauer auf dem Paradieshof Allschwil, wurde es möglich, die Vernetzung der Herzogenmatt über die Hintere Allmend (Allschwil) zum Chuegraben (Oberwil) bis nach Leymen (F) anzugehen. Ein umständliches Baubewilligungsverfahren des Kantons Basellandschaft und die Vermutung, dass im Gebiet noch archäologisch Funde möglich sind, liessen unsere Freude am Bau der Biotope Hintere Allmend nicht schmälern. Dank dem unermüdlichen Einsatz von Prof. Durrer und H. Werner haben wir im April 2014 die Biotope nun verwirklichen können. Während der Aushubarbeiten durch Christian Werner sind wir in einer Tiefe von etwas mehr als einem Meter auf schwarze Steine gestossen. Siedlungsreste aus der Steinzeit, der Zeit der Kelten oder der Alemannen? Die Archäologen des Kantons waren bald zur Stelle und untersuchten/vermassen die Steine. Siedlungsreste schlossen sie aus.

Zum Glück konnten wir also mit dem Aushub der Weiher weiterfahren. Das trockene Wetter hielt an, so dass der Magerbeton, die Eisengitter und schliesslich der spezielle Beton eingebracht werden konnten und die Weiher den letzten Schliff bekamen. Für die Wasserpflanzen wurden kleine Becken in den grossen Betonschalen aufgebaut. Abschliessend folgten das Füllen der Weiher mit Wasser und das Einbringen verschiedener Schwimmblattpflanzen, untergetauchter Wasserpflanzen und Binsen-Schilf-Röhrichtpflanzen. Jetzt ist dieses Biotop, das letzte fehlende Teilstück dem Dorenbach entlang, Tatsache geworden. Die Planung und Leitung übernahm zum Glück Prof. Durrer. Dank seinen Kenntnissen konnten anstehende Probleme erkannt und überwunden werden. Die Realisation ist auch Dank dem grossartigen Einsatz von H. Werner, seinem Sohn Christian, den beiden Aktiven des Fördervereins Herzogenmatt (Heinz und H.U. Jundt), sowie der tollen Unterstützung durch die Firma Alabor, Gartenbau Binningen und weiteren Helfern (zwei Bekannten von H. Durrer und zwei Angestellte von H. Werner) möglich geworden. Die Finanzierung erfolgte durch die Fondation de Bienfaisance Jeanne Lovioz und den Förderverein Herzogenmatt.
 
Die Tiere haben nun ihren Wanderkorridor! Harren wir (freudig und geduldig) der Dinge, die jetzt geschehen! Beobachtung ist demnach angesagt!  - H.U. Jundt

Bildergalerie

(Bilder von H. Durrer und G. Borer)