Ziegelhof ein weiteres Biotop in der Vernetzung der Herzogenmatt

Die Hintere Allme, als grösseres Zentrumsbiotop mit acht Weihern ist gegen Westen ohne jede Verbindung zu natürlichen Tümpeln. Durch den Bau des Vernetzungsbiotops Ziegelhof (ehemals Schnabelweid des Ornithologischen Vereins) ist die Verbindung zum Mühlebach und dessen Weiher in Allschwil hergestellt. Archäologische Fundstücke von Ziegelteilen führten zum alten Namen Ziegelhof.
Aus Erfahrung wissen wir, dass junge Amphibien bis zu einem Radius von 500 Meter im Frühsommer von ihrem Geburtsort auswandern und neue Biotope suchen. Mit dem Bau am Waldrand des Ziegelhofs führen diese Wanderungen gegen Westen nicht mehr ins Leere. Die Herzogenmatt wird dann mit dem Mülibach vernetzt sein.

Bei tiefen Temperaturen, aber klarem, sonnigen Wetter konnten die Grabarbeiten für das neue Ziegelhofbiotop durchgeführt werden. Am nächsten Tag wurde die Wasserlinie gezogen. Am dritten und vierten Tag wurden die Wannen betoniert. Bis jetzt sind alle bestehenden Weiher in der Herzogenmatt und in der Vernetzung mit Eisenarmierungen ausgestattet worden. Diese neuen Tümpel sind mit einer neuartigen Betonmischung aufgebaut. Statt dem Armiereisen sind kleine Stahlstifte dem Beton beigemischt. Diese bringen die notwendige Festigkeit für den Aufbau der Wände und für den Boden. Die aufwändige Eisenlegearbeit ist nicht mehr nötig. Dazu kommt, dass die Schalen ganz auf dem gewachsenen Boden aufliegen und so keine eigentliche Traglast übernehmen müssen.

Die neuen Tümpel sind am Waldrand gegen Süden gerichtet und erhalten über den ganzen Tag genügend Sonne. Natürlich mussten die grossen Bäume in dieser Ecke geschlagen und die Wurzelstöcke entfernt werden. Im Frühjahr werden dann aber heimische Sträucher eingepflanzt und dadurch der Waldrand aufgewertet.
Die Trittsteinbiotope hat Prof. em. H. Durrer bereits 1990 in einem Konzept erarbeitet. Mit dieser Anlage ist der genetische Austausch von der Herzogenmatt bis ins nahe Elsass gesichert, denn isolierte Naturinseln ermöglichen kein langfristiges Überleben der Amphibien-Arten.

Die Finanzierung der gesamten Anlage gewährte der Hauptsponsor: Stiftung „Fondation de bienfaisance Jeanne Lovioz“, weitere Sponsoren sind der Rotary-Club Allschwil-Regio-Basel und der Vogelschutzverein Allschwil. Die Firma Jean Cron AG stellte zwei sich in Ausbildung befindende Fachkräfte (Sophie und Tim) und den Dumper (Transporter für den Beton) gratis zur Verfügung. Dazu kamen vier freiwillige Helfer des Fördervereins Herzogenmatt und drei weitere tüchtige Helfer. Fünf Forstreviermitarbeiter halfen ebenfalls kräftig mit bei den Bauarbeiten.
Als Bauherr amtierte die Bürgergemeinde Allschwil, die auch Besitzerin des Gebietes ist. Prof. em. H. Durrer und der Leiter des Forstreviers M. Lack waren bei der Planung und Ausführung federführend.

Die langfristige Pflege und Betreuung der gesamten Anlage wird durch Mitarbeiter des Forstreviers in Absprache mit örtlichen Vereinen (Rotary-Club, Natur- und Vogelschutzverein Allschwil) gesichert.

Jetzt warten wir auf eine Wärmeperiode, damit die Weiher mit einem speziellen Dichtungsschlamm (Vandex) abgedichtet werden können. Ein grosser Wasserverlust in dieser Gegend wäre fatal, denn Wasser fliesst dort keines. Dieses Vandex benötigt mindestens zehn Grad plus beim Einbringen und trockenes Wetter. Bei den Abdichtungsarbeiten werden gleichzeitig auch Pflanzenbecken in den Weihern eingerichtet. Im Frühjahr werden dort die Wasserpflanzen eingesetzt.

Wir hoffen, dass später der Laubfrosch und vielleicht sogar die Kreuzkröte das Biotop besiedeln. Gegen das offene Gelände grenzt die Anlage an vom Biolandwirt H. Werner bewirtschaftetes Land. Also eine ideale Voraussetzung für alle Tiere und Pflanzen. So dürfte in Zukunft ein wunderbares, artenreiches Biotop entstehen.

 

Bilder der verschiedenen Bauphasen von Prof. em. H. Durrer und G. Borer