Seit 2008 verbietet die Freisetzungsverordnung den Umgang mit Rotwangen-Schmuckschildkröten, da die Tiere in der Schweiz invasiv sind und der Artenvielfalt schaden. Es ist verboten, Rotwangen-Schmuckschildkröten zu halten und wer sie aussetzt macht sich strafbar.

Natrix natrix

Ringelnatter (Foto H. Durrer)

Nur wer ganz grosses Glück hat, kann eine graublaue Schlange sehen, die mit schlängelnden Bewegungen im Weiher schwimmt. Es ist eine Ringelnatter (Natrix natrix). Ihre Oberseite ist blaugrau, seitlich hat sie kleine schwarze Flecken und senkrechte Streifen. Am Hinterkopf besitzt sie einen weissgelben Halbmond, der schwarz begrenzt ist. Alle einheimischen Nattern haben keine Giftzähne und sind daher harmlos. Bei der kleinsten Störung verschwindet dieses Reptil in einem Unterschlupf oder taucht weg.

Die Ringelnatter jagt im Wasser, dabei ragt nur der Kopf hoch heraus, oder in Sumpfwiesen nach Beutetieren (Fischen, Fröschen etc.). Die Jagdbeute wird blitzschnell gepackt und ungeteilt verschlungen. Ringelnattern können wichtige Regulatoren am Weiher sein und verdienen unseren dringenden Schutz.

Von diesen sehr heimlich lebenden Tieren kann man bei grossem Glück an einem Ästchen eine abgestreifte Haut finden. Diese tote Hornhaut schützt die Reptilien vor Feuchtigkeitsverlust, sie ist aber nicht dehnbar und das Tier muss, um wachsen zu können, ab und zu seine Haut abstossen.

Die Ringelnatter gehört, wie alle Reptilien, zu den wechselwarmen Tieren. Sie benötigt daher die wärmende Sonne, da sie keine eigene Körperwärme erzeugen kann. Darum liegen sie, gut getarnt, oft stundenlang an der Sonne.

Ringelnatter - Kopf (Foto H. Durrer)Vom Oktober bis März verfallen die Tiere in eine Winterruhe, dabei können sie monatelang hungern. Im März bis Mai findet die Paarung statt, auch die verläuft in der Regel unbemerkt im verborgenen. Das Weibchen legt dann im Sommer 20 bis 30 weichschalige Eier. Der ideale Ort der Eiablage ist warm und feucht, denn die Eier brauchen eine Bruttemperatur von 20 bis 28 Grad. Hervorragende Orte sind Komposthaufen oder, wie in der Herzogenmatt, Abräumhaufen des Grasschnittes, denn in diesen Haufen haben wir eine ideale Gärungswärme und dazu genügend Feuchtigkeit.

(Text: H. U. Jundt, erschienen im Binninger Anzeiger am 14.08. 2008, Bilder H. Durrer)