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Nach dem Kauf des Herzogenmatt-Gebietes inklusive Bauernhof der Familie Bühler durch die Gemeinde im Jahr 1961 – geplant war ein Schiessplatz für Binningen - gelangte der Gemeinderat nach verschiedenen Vorstössen über die Nutzung des Gebietes an ein paar Enthusiasten mit dem Wunsch eine Grobplanung für die Herzogenmatt vorzunehmen.

Als Zwischennutzung diente ein Teil davon einer Gärtnerei. Auf einem anderen Stück lagerten der Werkhof und eine Baufirma Material.

Die Pläne wurden bald darauf eingereicht. Der Gemeinderat gab dem Naturschutzprojekt den Zuschlag. Die letzte Gelegenheit, ein Stück Natur auf Binninger Boden zu retten, wurde so Tatsache. 1979 wurden schliesslich die Stiftung, ein Patronatskomitee und der Förderverein gegründet.

Zum Glück konnte Prof. em. Heinz Durrer für die Planung eines Biotops auf diesem Fleck gewonnen werden. Mit seiner riesigen Erfahrung im Bau von Biotopen plante er ein weitsichtiges und ausgesprochen schönes Stück Natur.

1980 war es soweit. Schwere Baumaschinen fuhren auf, Stützmauern wurden erstellt, Weiheranlagen ausgehoben, ein kleines Häuschen abgebrochen und das Gelände möglichst naturnah geformt, das alles unter der wissenschaftlichen Leitung von H. Durrer. Jetzt konnten auch endlich die zahlreichen Mitglieder des neu gegründeten Fördervereins mit den Arbeiten beginnen. Von vielen Binningern gestiftete Gebüsche und Bäume wurden eingepflanzt und in den Brachen Blumenwiesen eingesät. Neben den Aktiven des Fördervereins halfen Gemeinderäte, Einwohnerräte, Werkhofmitarbeiter, Studenten und viele Rentner gratis tüchtig beim Aufbau des Naturschutzgebietes unter Leitung von Heinz Durrer.

Im folgenden Frühjahr konnten bereits Gras- und Wasserfrösche, sowie Erdkröten und einige wenige Geburtshelferkröten in den zahlreichen Weiher beim Laichen beobachtet werden.
Auf den ehemaligen Brachflächen blühte es üppig. Die Sträucher schlugen mächtig aus. Nun waren Werkhofmitarbeiter und Aktive des Fördervereins gefordert. Die ersten Pflegeeinsätze fanden statt. Dank der Verankerung des Vereins in der Binninger Bevölkerung erlangte das Naturschutzgebiet grosse Akzeptanz und Unterstützung. Die Stiftung konnte auch bei finanziellen Engpässen immer wieder auf die Finanzen des Vereins zurückgreifen. Der Förderverein ist also wirkliche Trägerschaft der Herzogenmatt.

Der Grossweiher, der mit blauem Lehm abgedichtet wurde, verlor immer wieder Wasser. Trotz der Zuführung von Felsenquellwasser und Rückführung des Brunnenwassers sank der Spiegel des Weihers immer wieder stark ab. 1998 konnte dann das Weiherbecken betoniert werden. Die Wasserzuführungen wurden stillgelegt. Das Weierbächli wurde nicht mehr durch das Becken geleitet. Der Weiher war endlich dicht. Zum Glück erfolgte diese Sanierung durch den Kanton. Im Sommer 2018 wäre der Tümpel ausgetrocknet. Für Amphibien und Wasserpflanzen hätte das den Untergang bedeutet.

Durch gezielte Pflege vom damaligen Betreuer F. Nobs konnten immer mehr Maschinen die mühsamen Handarbeiten abnehmen. Gelbbauchunken und Laubfrosch konnten erfolgreich gefördert werden. Berg-, Kamm-, Teich- und Fadenmolch zählten schon zum Inventar.

Der Nordhang oberhalb des Weierbächli konnte von der Bürgergemeinde in den Pflegeplan eingebaut werden. Dieser stark besonnte Hang entwickelte sich zum idealen Lebensraum für Eidechsen und Geburtshelferkröten.

Ein riesiger Erfolg für all die geleisteten Arbeiten war die Aufnahme der Herzogenmatt in das Inventar der Amphibienlaichplätze von nationaler Bedeutung im Jahr 1999.

Schon in den 1990 Jahren wurde klar, dass die Amphibien in diesem abgeschlossenen Biotop durch Inzucht stark bedroht werden. Die Vernetzung entlang dem Weierbächli und dem Dorenbach wurde dringend. Dank dem Verständnis der Landwirte Fam. Werner und der Fam. Frey, sowie dem Einsatz von H. Durrer und Thomas Jundt (der jetzige Präsident des Fördervereins) und Dr. B. Schmidt (der aktuelle Präsident der Stiftung) konnte die Vernetzung vorangetrieben werden. Aktive des Fördervereins und Werkhofmitarbeiter bauten neue Trittsteinbiotope entlang der beiden Bäche. Noch verbleiben einige Stücke, um die Vernetzung zu vollenden.

Dank dem Einsatz vieler Helfer und Sponsoren können wir hoffen, auch diese fehlenden Verbindungsteile zu vollenden. Als erstes Projekt steht die Renaturierung des Dorenbachs entlang des ehemaligen Schiessplatzes beim Allschwilerweiher auf der Wunschliste. Ein weiteres Stück fehlt entlang des Weierbächlis und steht auf der Wunschliste ganz oben. Wir hoffen, dass diese Lücken der Verbindungsbiotope bald geschlossen werden können. Dank jüngerer Aktivmitglieder des Fördervereins, sollten auch die Pflegearbeiten in der Herzogenmatt und den Verbindungsbiotopen durch den Förderverein gesichert bleiben.

Bilder aus der Broschüre Naturschutzgebiet Herzogenmatt von Stephan Durrer (Schwarzweissbilder), von A. Dörflinger (Betonwanne), G. Borer (25 Jahre Herzogenmatt) und Ökogemeinde Binningen (Preisverleihung)